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Zurück zu den Linzer Wurzeln

Enkel des früheren Linzer Bürgermeisters und Familienministers Wuermeling übergibt der Bunten Stadt Gemälde als Leihgabe


Und von oben schaut der Vorgänger und Großvater Dr. Franz Josef Wuermeling wohlwollend zu: Der Enkel des früheren Linzer Bürgermeisters und Bundesfamilienministers Bernhard Wuermeling übergab das Gemälde von C.O. Fey in Gegenwart von Ehefrau Anke und Stadtmanager Thomas Herschbach dem Linzer Stadtbürgermeister Adi Buchwald.
LINZ. Zurück zu den Linzer Wurzeln hieß es kürzlich in gleich doppelter Hinsicht im Historischen Rathaus Linz: Dort überreichte Bernhard Wuermeling, Enkel des früheren Linzer Bürgermeisters Dr. Franz-Josef Wuermeling dessen aktuellen Amtsnachfolger Adi Buchwald ein Ölgemälde aus dem Besitz seines Großvaters als Leihgabe.

Auch das Motiv des prachtvoll gerahmten Kunstwerks des Düsseldorfer Künstlers Carl Otto Fey (1894-1971) spiegelt die historischen Verästelungen wider, denn es bildet die ehemalige Gerichtslinde umgeben vom Ensemble Kirchplatz mit Vikarie und St. Martinskirche wider. Seinerzeit war der "Original-Fey" von Dr. Franz-Josef Wuermeling während dessen Bürgermeister Tätigkeit in der Stadt Linz im Jahre 1945 erworben worden, nachdem er zuvor in der Bunten Stadt im Vorstand der Basalt AG gewirkt hatte. Nach Aussagen von Kunstforen, gehörte es im Übrigen später in den 50er- und 60er Jahren in den Vorstandsetagen an Rhein und Ruhr zum guten Ton einen "Fey" zu besitzen.

Bekanntlich wurde Dr. Wuermeling nach der Bundestagswahl 1953 zum Bundesminister für Familienfragen in das Kabinett Adenauer berufen.

Im Rahmen der Bild-Übergabe im Sitzungssaal des Historischen Rathaus hatten Stadtbürgermeister Adi Buchwald und Stadtmanager Thomas Herschbach auch Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit dem Nachfahren des ersten Linzer Bürgermeisters nach dem Zweiten Weltkrieg, der als Bundesminister im Jahre 1955 die verbilligten Bahnfahrkarten für kinderreiche Familien eingeführt hatte. Der entsprechende Berechtigungsausweis, mit dem bis 1992 für die Kinder vergünstigte Fahrkarten erworben werden konnten, ist noch heute als "der Wuermeling" bekannt. In diesem Zusammenhang betonte Bernhard Wuermeling, der mit Ehefrau Anke von der Lahn an den Rhein gekommen war, den fürsorglichen Familiensinn seines Großvaters auch gegenüber den eigenen Angehörigen. Dieser Tradition fühle sich die Familie noch heute verpflichtet, indem im Gedenken an den berühmten Vorfahren regelmäßig Treffen organisiert würden. Die Leihgabe wird nun passend einen Ehrenplatz im Dienstzimmer des Stadtbürgermeisters erhalten - heute Adi Buchwald, damals Dr. Franz-Josef Wuermeling.

Beim Rathaus-Rundgang führten Adi Buchwald und Thomas Herschbach das Ehepaar Wuermeling von Sitzungssaal, das prächtige Uhrwerk im Foyer und über das Dienstzimmer unter das frisch renovierte Giebelgebälk auf dem Dachstuhl, wo Bürgermeister Buchwald seinen Gästen die im vergangenen Jahr abgeschlossenen Baumaßnahmen erläuterte.