Neustraße 5

Haus des Hüttenmeisters Laurenz Cloes

Erster namentlich bekannter Besitzer des Fachwerkhauses war der Bäcker Hermann Enboven. Dieser verkaufte das 1624 erstmals erwähnte Gebäude 1656 an den Hüttenmeister Laurenz Cloes. Cloes betrieb zwei Eisenhütten auf dem vorderen Westerwald, deren Produkte wie Öfen, Takenplatten und je nach Bedarf auch Kriegsmaterial durch die Stadt Linz an den Rhein transportiert und hier verschifft wurden, aber auch bei Stadtverwaltung, Handwerkern und Bürgern Absatz fanden. Ein eindrucksvolles Zeugnis für das Geschick der Cloes’schen Eisengießer ist heute noch in der Martinskirche zu bewundern. Es handelt sich um ein kunstvoll verziertes Epitaph zur Erinnerung die 1666 verstorbene Ehefrau des Hüttenmeisters. Laurenz Cloes bescherte der Stadt Linz nicht nur bedeutende Einnahmen durch die auf seine Waren erhobene Akzise, sondern wurde auch als großzügiger Spender und Wohltäter des Gemeinwesens geschätzt. Das Wohnhaus in der Neustraße blieb aus nach seinem Tod 1684 bis 1737 in Familienbesitz. Nach mehreren Eigentümerwechseln erwarb es 1865 der jüdischen Kaufmann Levy Wallach, Gründer der gleichnamigen Kolonialwarengroßhandlung an der Asbacher Straße. 1909 verkaufte die Familie ihr Stammhaus in der Neustraße, das anschließend zu einem Geschäftshaus mit Schaufensteranlage umgebaut wurde. Die Freilegung des einfachen Fachwerks aus der Zeit um 1700 erfolgte 1927.

 

Abb. 1: Neustraße 5 um 1900. Im Vordergrund die Pumpe Am Halborn © Stadtarchiv Linz am Rhein

Abb 2: Das Haus mit freigelegtem Fachwerk um 1930 © Stadtarchiv Linz am Rhein

Abb: 3 [Platzhalter, besseres Bild wird nachgeliefert]: Epitaph in der Martinskirche, 1666

Blick auf das Haus aus der Neustraße mit der Hausnummer 5.
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